Praxisbericht: Seniorenbetreuung - Pflegeplanung per Mausklick
Wenn sich ein großer Altenhilfeträger zu einem Systemwechsel in
seiner Pflegeplanung und Dokumentation entschließt, gerät vieles
in Bewegung. Der Eigenbetrieb Leben & Wohnen der Stadt Stuttgart hat sich
mit dem sic pflegeassistenten für eine EDV-gestützte Lösung
entschieden. Im Altenzentrum Zamenhof gibt es schon eine erste Bilanz der Einführung.
Alle Häuser des ELW (mit insgesamt 800 Betreuten in der stationären Altenpflege) sind mit dem IQD-Qualitätssiegel für Pflegeheime zertifiziert. Eine einheitliche, hausübergreifende Dokumentation, Pflege nach nationalen Expertenstandards und die Umsetzung des Pflegeprozesses in der täglichen Arbeit, sind wichtige Meilensteine auf dem Weg zu hoher fachlicher Qualität. Planung und Dokumentation per EDV sollen diesen Prozess unterstützen und zudem eine bessere Auswertbarkeit der gesammelten Daten und Möglichkeiten für ein einfacheres Controlling bieten.
Die Entscheidung für systema.sic (sic pflegeassistent)
Die Suche nach einer Lösung, die diesen Anforderungen gerecht wird, war nicht einfach: Ein erstes Produkt wurde initiativ im Haus Hasenberg eingeführt, die Einführung in zwei weiteren Häusern aber abgebrochen. systema (früher systema) empfahl den sic pflegeassistenten. Nach den negativen Vorerfahrungen sah sich die zuständige Arbeitsgruppe aber zunächst noch nach Alternativprodukten um, besuchte eine Referenzeinrichtung und vereinbarte eine Testinstallation im Haus Hasenberg. Außerdem wurde für die Projektverantwortlichen ein eintägiger Workshop durchgeführt. Mitentscheidend war, dass der sic pflegeassistent in das schon seit langem im Einsatz befindliche Betreuten-Informations-System TOPSOZ® integriert ist, Schnittstellprobleme also nicht zu befürchten waren.
Das Projekt
Im Altenpflegezentrum Zamenhof begann die Einführung des sic pflegeassistenten im April 2005. Der Zamenhof bietet 96 Plätze für vollstationäre Pflege und zwei Kurzzeitpflege-Plätze. Auf zwei Wohnbereichen mit 49 bzw. 47 Plätzen arbeiten in der Pflege insgesamt 66 MitarbeiterInnen. Die Arbeit nach den hausinternen Standards, regelmäßige Qualitätszirkel, interne Fortbildung und Pflegevisiten zur Überprüfung der Pflegequalität sind selbstverständlich.
Die Umstellung im Altenpflegezentrum Zamenhof ging zügig voran. "Man braucht in der Einrichtung und im Wohnbereich engagierte und aufgeschlossene Mitarbeiter, die alle anderen mitziehen und begleiten", meint Projektleiterin Ursula Schnelle.
Das Ergebnis
Im sic pflegeassistenten sind die einzelnen Schritte des Pflegeprozesses logisch miteinander verknüpft. So können z.B. in der Anamnese erkannte Probleme direkt in den Pflegeplan übernommen werden. Dort leitet der Pflegeplanungsassistent den Anwender über die Beschreibung von Problemen, Ressourcen und Ursachen zur Festlegung von Zielen und zur Maßnahmenplanung. Für die Zielkontrolle muss gleich ein Datum eingegeben werden, Maßnahmen können sofort Zuständigkeiten zugeordnet und zeitlich verplant werden. Greifen diese nicht wie gewünscht oder ändert sich der Zustand des Bewohners, ist die Planung mit wenigen Mausklicks flexibel anpassbar.
In der Dokumentation sorgen zahlreiche praxisorientierte Funktionen für spürbare Zeitersparnis: z.B. kann die Medikamentengabe für eine frei zusammengestellte Klientengruppe mit wenigen Klicks gesammelt dokumentiert werden. Tagesereignisse sind ebenfalls einfach und schnell - für einen oder mehrere Bewohner - erfassbar.
In der Pflegeplanung erleichtern Kataloge die Arbeit. Insgesamt werden aber noch längst nicht alle zeitsparenden Funktionen ausgeschöpft. Die gewonnene Zeit nutzen die Mitarbeiter z.B. für Risikoeinschätzungen zu Dekubitus und Sturz gemäß den nationalen Expertenstandards. Die entsprechenden Skalen sind im Programm hinterlegt.
Für weitere Entlastung sorgen Erinnerungsfunktionen - Aufgaben und Termine werden nicht mehr so leicht vergessen.
Die erste Bilanz fällt folglich sehr positiv aus. Für die Zukunft gibt es aber noch viel zu tun: zunächst soll die Einführung in allen Altenhilfeeinrichtungen abgeschlossen und auch die Altenpflegeschule eingebunden werden. Auf den Qualitätsverbesserungen möchte man sich nicht ausruhen und mit der Routine sollen die Zeiteinsparungen weiter steigen.
Fest steht: für die Anforderungen der Zukunft fühlen sich die Pflegedienstleitungen gut gerüstet.
www.sic-pflegeassistent.de